Seiteninhalt
Ferienprogramm 2011
„Dem Müll auf der Spur“ mit den Freien Wählern.
Das Ferienprogramm der Gemeinde Burgkirchen wird heuer schon zum 26. Mal durchgeführt. Der Ortsverband der Freien Wähler hat mit den Kindern am 16. August das Müllheizkraftwerk in Burgkirchen des ZAS (Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern) besichtigt.
Die Teilnehmergruppe mit 12 Kindern (ein Mädchen und elf Jungen/angemeldet waren 15 Kinder) wurde um 11.45 Uhr von den drei Betreuern Brigitte Eisenrieder, Wenzel Kühn und Helmut Keck am Eingang zum Müllheizkraftwerk in Empfang genommen. Anschließend hat Herr Peter Schwarzmaier die Besuchergruppe im Namen des ZAS recht herzlich begrüßt und die gesamte Gruppe zu einem Mittagsessen in die Kantine des ZAS eingeladen, damit die „kleinen“ Gäste den abwechslungsreichen Nachmittag gestärkt antreten konnten.
Die anschließende Besichtigung des Müllheizkraftwerkes wurde in vier Programmpunkten durchgeführt:
Zum Einstieg wurde ein Film zur „Thematik der Abfallentsorgung“ gezeigt, um einen ersten Eindruck vom Zweckverband und dem Müllheizkraftwerk Burgkirchen vermittelt.
Im zweiten Teil wurde mit den Schülern zusammen Wissenswertes zu den folgenden Themen erarbeitet:
- Abfallwirtschaftliche Zielhierarchie: Vermeidung – Verwertung – Verbrennung - Ablagerung
- Abfallentsorgung im Landkreis Altötting, Aufgabenteilung zwischen dem Zweckverband und dem Landkreis Altötting
- Unterscheidung verschiedener Abfallarten
- Möglichkeiten der Abfallverwertung und Abfallentsorgung
Anhand eines Schaubilds wurde dann die Funktionsweise eines Müllheizkraftwerkes erläutert. Insbesondere wurde auf die Themen Energienutzung, Rauchgasreinigung und Reststoffentsorgung eingegangen.
Beim Rundgang durch das Müllheizkraftwerk wurde anschließend der Weg des Mülls durch die Anlage verfolgt:
- Müllverwiegung und Müllannahme
- Entladehalle (Blick in den Bunker)
- Verbrennungsöfen (Blick in den Feuerraum)
- Schlackenaufbereitungsanlage
- Rauchgasreinigungsanlage und Kamin
Wissenswertes über das Müllheizkraftwerk Burgkirchen / ZAS
Im Müllheizkraftwerk Burgkirchen wird der Müll von sieben Landkreisen (LK)
- LK Altötting,
- LK Mühldorf,
- LK Berchtesgadener Land,
- LK Traunstein,
- LK Rosenheim,
- LK Dingolfing-Landau und
- LK Rottal-Inn
aus Südostbayern entsorgt, das ist immerhin der Abfall von fast 1 Million Menschen.
Die abfallwirtschaftlichen Aufgaben sind zwischen dem Zweckverband und seinen Verbandsmitgliedern aufgeteilt. Dabei kümmern sich die einzelnen Landkreise eigenverantwortlich um die Vermeidung und die Verwertung von Abfällen. Beim Hausmüll sind sie zuständig für die Abholung der Mülltonnen bei den Haushalten und für den Transport zu den Annahmestellen des ZAS.
Die Hauptaufgabe des ZAS ist die Verbrennung des in den Landkreisen anfallenden Haus- und Sperrmülls im Müllheizkraftwerk Burgkirchen. Zusätzlich nimmt der Zweckverband auf der Grundlage von privatwirtschaftlichen Verträgen auch Abfälle von Kunden aus der Industrie und dem Gewerbe an.
Oberstes Ziel des Zweckverbandes ist es, die Entsorgung der Abfälle jederzeit sicherzustellen. Dabei ist es der Anspruch des Zweckverbandes, dieses unter besonderer Berücksichtigung des Umweltschutzes und mit einer wirtschaftlichen Betriebsführung zu erreichen.
Die wichtigsten Entscheidungen im Zweckverband werden von der Verbandsversammlung getroffen. Diese setzt sich aus den Landräten der Landkreise des Verbandsgebiets, zwanzig Kreistagsmitgliedern und dem Bürgermeister der Gemeinde Burgkirchen zusammen. Weitere Entscheidungsträger sind der Werkausschuss, der Verbandsvorsitzende und seine Stellvertreter sowie die Werkleitung.
Zur sicheren Entsorgung von Hausmüll, Sperrmüll und Gewerbeabfällen betreibt der Zweckverband seit 1994 das Müllheizkraftwerk in Burgkirchen im Landkreis Altötting. Vorteile des Standorts sind die zentrale Lage, die Anbindung an das Schienennetz und die Möglichkeit der Dampfabgabe an den Industriepark Gendorf.
Das Müllheizkraftwerk mit zwei Verbrennungsöfen und den nachgeschalteten Rauchgas-reinigungsanlagen ist rund um die Uhr und auch an den Wochenenden in Betrieb. So können jährlich über 200.000 Tonnen Müll bei einer Temperatur von 900° bis 1000°C verbrannt werden.
Durch die thermische Behandlung wird das Volumen der Abfälle um ca. 90% verringert und die im Abfall enthaltene Energie zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Die Abfallverbrennung ist eines der am höchsten entwickelten Entsorgungsverfahren, das gleichzeitig mehrere Funktionen erfüllt:
- Zerstörung von organischen Abfallbestandteilen bzw. Mineralisierung des Abfalls
- Sichere Abscheidung von Schadstoffen in den Reststoffen
- Energieerzeugung
Der Weg des Mülls
Der Transport der Abfälle zum Müllheizkraftwerk erfolgt überwiegend mit der Bahn. Nur aus dem Landkreis Altötting werden die Abfälle wegen der kurzen Transportwege direkt mit Müllfahrzeugen in Burgkirchen angeliefert.
In den anderen sechs Landkreisen betreibt der Zweckverband je eine Müllumladestation. Dort werden die Abfälle in spezielle Container verpresst, wobei das Volumen auf ein Viertel verdichtet wird. Die Transportbehälter werden dann mit einem Kran auf Bahnwaggons verladen und täglich auf dem Schienenweg nach Burgkirchen geliefert. Im Müllheizkraftwerk entlädt ein Kran die Container, eine Auspressvorrichtung entleert sie in den Müllbunker.
Zusätzlich kommen täglich noch über 50 Fahrzeuge über die Straße zum Müllheizkraftwerk - Firmen, Privatleute und die Müllautos aus dem Landkreis Altötting - um Abfälle abzuliefern (nur der Landkreis Altötting darf den gesammelten Müll auf der Straße mit Müllfahrzeuge anliefern). Die Müllfahrzeuge transportieren dabei nur den Inhalt der grauen Hausmülltonnen. An der Wiegestation wird zunächst die Ladung von jedem Müllfahrzeug gewogen. Diese ist immerhin so schwer wie zwei Elefanten.
Die im Müllbunker zwischengelagerten Abfälle werden mit einem Kran in die beiden Verbrennungsöfen aufgegeben. Der Abfall gelangt über Aufgabetrichter auf die Verbrennungsroste. Durch die Bewegung der Roststäbe wird der Abfall während der Verbrennung durch den Ofen transportiert. Die Verweilzeit im Verbrennungsraum beträgt rund eine Stunde. Die erforderliche Verbrennungsluft wird dabei durch den Rost eingeblasen. Eine Zufeuerung von weiteren Brennstoffen ist nicht erforderlich. Die Abfälle verbrennen selbstgängig bei Temperaturen zwischen 900 - 1100°C.
Bei der Verbrennung des Mülls wird eine Menge Energie freigesetzt:
- Im Kessel entsteht extrem heißer Dampf. Das Müllheizkraftwerk versorgt damit die benachbarten Industrieanlagen, beheizt das Schwimmbad der Gemeinde Burgkirchen und treibt auch noch zwei Turbinen an.
- Mit Generatoren wird schließlich Strom produziert, und zwar so viel, dass es für eine Stadt mit 40.000 Einwohnern reichen würde.
- Mit Kunststoffen und Speiseresten im Müll gelangt auch Chlor ins Müllheizkraftwerk Burgkirchen. Dieses kann wieder zurückgewonnen werden. Dazu wird das Wasser, mit dem das Rauchgas gewaschen wird, verdampft. Übrig bleiben dabei jedes Jahr über 2.000 Tonnen reines Salz. Verwendet wird dieses in erster Linie zum Streuen von Straßen im Winter.
Zurück bleiben die unbrennbaren Bestandteile des Müll, z.B. Glas- und Keramikscherben, Sand, Steine, Nägel, Reste von Wasserrohren, Schrauben, Blecheimer und Stahlfederkerne von Matratzen - alles wild durcheinander gemischt. Um diese Stoffe einzeln wieder verwerten zu können, müssen sie erst voneinander getrennt werden. Mit einem Magneten werden zunächst die Eisenteile rausgeholt. Andere Metalle, wie z.B. Aluminium, sind zwar nicht dauermagnetisch, können aber kurzzeitig magnetisiert und dadurch abgetrennt werden. Die abgetrennten Metalle werden schließlich in Stahlwerken eingeschmolzen und anschließend zu neuen Metallprodukten verarbeitet.
Übrig bleiben die mineralischen Stoffe, die so genannte Schlacke. Die Schlacke, ein schotterähnliches Material, kann bei großen Baumaßnahmen z. B. im Straßenbau oder im Deponiebau verwendet werden.
Die Abgase aus der Verbrennung werden in vier hocheffizienten Verfahrensschritten (Rauchgasreinigung) gereinigt:
- Im Elektrofilter wird der im Rauchgas enthaltene Staub elektrostatisch aufgeladen und an Elektroden abgeschieden.
- In der dreistufigen Nasswäsche werden gasförmige Schadstoffe (z.B. Schwefeldioxid) und Schwermetalle ausgewaschen. Das anfallende Waschwasser kann dank der Aufbereitung in der eigenen Abwasserreinigungsanlage im Kreislauf geführt werden.
- Im Abgas vorhandene Stickoxide werden in einem katalytischen Verfahren in harmlosen Stickstoff und Wasserdampf umgewandelt.
- In der letzten Stufe wird in das Abgas Aktivkohle eingedüst, die in einem nachgeschalteten Gewebefilter wieder abgetrennt wird. Noch vorhandene organische Schadstoffe oder Schwermetalle können so sicher abgeschieden werden.
Bevor die gereinigten Abgase die Anlage über den Kamin verlassen, werden sie im Analysenhaus mit modernsten Emissionsmessgeräten überwacht.
Quelle: ZAS






