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Chronik
Die Freie Wählerschaft in Burgkirchen a.d.Alz im Spiegel der Zeit
Vorwort
Unsere freiheitliche Demokratie lebt vom Engagement und der Eigenverantwortung seiner Bürger.
Insbesondere in der Kommunalpolitik brauchen wir keine ideologischen Parteiprogramme. Ein Gemeinderat muss bei seiner Abstimmung allein das Wohl der Bürgerinnen und Bürger im Auge haben und nicht wort- und kritiklos einem Fraktionszwang folgen. Wir FREIEN WÄHLER sind ein stabilisierender Faktor in der Kommunalpolitik. Das wollen wir auch weiterhin bleiben.
Leider ist es für den Bürger oftmals nicht sofort erkennbar, dass auf kommunaler Ebene so manche Entscheidungen, die in der Öffentlichkeit Kopfschütteln hervorrufen, in Wahrheit auf Entscheidungen und Gesetze basieren, die von übergeordneten Stellen beschlossen und ohne Finanzausgleich nach unten weiter geleitet werden.
Wir müssen in Zukunft, noch mehr dafür tun, dass sich die Menschen wieder stärker mit den Entscheidungen im Rathaus identifizieren. Sie müssen wieder spüren, dass es um ihre Interessen geht.
Es muss wieder ein vernünftiges Gleichgewicht hergestellt werden, in dem die gewählten Gemeinde- und Kreisräte ihr jeweiliges Mandat in Eigenverantwortung wahrnehmen und so den Interessen der Bürgerinnen und Bürger am besten gerecht werden können.
Um die bestmögliche Lösung eines Problems zu finden, muss man miteinander reden. Wir FREIEN WÄHLER reden nicht nur miteinander, sondern suchen auch den Dialog mit Anderen.
Man muss aber auch über den eigenen Tellerrand hinaus schauen. Der Wahlspruch unserer Zeit muss lauten: „Global denken - lokal handeln“!
Meine Gemeinde ist mein zu Hause, in meinem Land, in meinem Europa, auf meiner Erde. Was immer ich tue oder unterlasse, es geht auf die Gesamtrechnung. Das, was sich im Großen abspielt, ist nur ein Spiegelbild dessen, was im Kleinen vor sich geht. Wer dieses Prinzip erkannt hat, schimpft nicht mehr (nur) auf die „die da oben“, sondern greift sich an die eigene Nase und übernimmt Verantwortung dafür, wie es um ihn herum aussieht.
An dieser Stelle sei an den Ausspruch des Altbundespräsidenten Theodor Heuss erinnert, den er in den ersten Jahren unserer damals noch jungen Demokratie geprägt hat, nämlich:
„Die Demokratie lebt von der Bereitschaft seiner
besten Bürger zur Übernahme von Ehrenämtern“.
Doch viele wollen nur profitieren, aber nur wenige wollen sich engagieren. Denn jeder, der heute ein kommunalpolitisches Amt übernimmt, muss viel Idealismus mitbringen, wenn er sein Mandat ernst nimmt und aktiv ausfüllen will.
In den Reihen der Freien Wähler im Ortsverband Burgkirchen a.d.Alz haben sich immer wieder Menschen mit diesem Idealismus engagiert, die die Entwicklung in unserer Gemeinde entscheidend mitgestalteten.
Zeitstreifen
Die Geburtsstunde der Freien Wählerschaft in Burgkirchen war im Januar 1966. In der Überzeugung, dass unser demokratisches Staatsleben nur gedeihen kann, wenn an seiner Basis - in der Gemeinde - die Bevölkerung so intensiv wie möglich an der demokratischen Willensbildung teilnimmt, haben Döbler Paul, Paulus Otto und Dr. Woldan Ernst die Initiative ergriffen und zusammen mit Auer Engelbert sen., Heinzel Alois, Neubauer Markus, Propstmeier Ludwig, Weiß Ludwig und Wüst Oskar eine Vereinigung an der Kommunalpolitik interessierter, parteipolitisch unabhängiger Bürger ins Leben gerufen, die allesamt bereit waren, sich für das kommunale Geschehen einzusetzen und dafür Verantwortung zu übernehmen. Otto Paulus, Paul Döbler und Dr. Ernst Woldan gehörten bereits seit 1960 für andere politische Gruppierungen dem Gemeinderat an.
Zu den Kommunalwahlen am 13.03.1966 traten die Freien Wähler mit 16 Kandidaten unter dem Wahlvorschlag „Liste 3“ zur Wahl des Gemeinderates an.
Mit Otto Paulus wurde außerdem ein eigener Bürgermeisterkandidat nominiert.
Auf Anhieb wurden 5 von 16 möglichen Gemeinderatsmandaten errungen und Otto Paulus wurde mit großer Mehrheit zum Bürgermeister gewählt. Die ersten Gemeinderäte der Freien Wähler hießen Dr. Ernst Woldan, Paul Döbler, Oskar Wüst (Fraktionssprecher), Engelbert Auer sen. und Ludwig Weiß.
Im Frühjahr 1967 verstarb leider Otto Paulus nach nur kurzer Amtszeit. Bei der erforderlichen Neuwahl des Bürgermeisters wurde von den Freien Wählern kein eigener Kandidat aufgestellt.
Die Freien Wähler der ersten Stunde hatten es von sich aus geschafft, als Persönlichkeiten, die Wähler und Wählerinnen zu einer Stimmabgabe für sich zu bewegen. In die Öffentlichkeit, sozusagen als organisierte politische Gruppe, ging man damals aber leider noch nicht. Die politischen Aktivitäten in der FW-Fraktion wurden von Oskar Wüst koordiniert.
Zu den Gemeinderatswahlen am 11.06.1972 traten die Freien Wähler mit 20 Kandidaten unter dem Wahlvorschlag „Liste 8“ zur Wahl an. Ein eigener Bürgermeisterkandidat wurde nicht nominiert.
Bei dieser Gemeinderatswahl wurden 5 von 20 möglichen Gemeinderatsmandaten errungen. Die Gemeinderäte der Freien Wähler hießen Oskar Wüst (Fraktionssprecher), Engelbert Auer sen., Paul Döbler, Walburga Stepanek und Dr. Ernst Woldan. Die Freien Wähler hatten sich eigentlich mehr Sitze ausgerechnet.
Einen möglichen Grund für dieses, doch etwas enttäuschende Wahlergebnis, sah man in der nur geringen Öffentlichkeitsarbeit der zurückliegenden Jahre und auch in der fehlenden Organisationsform.
Unter Federführung von Horst Bründl wurde deshalb 1973 eine Art Vorstandschaft ins Leben gerufen. Diese Vorstandschaft sollte der FW-Gemeinderatsfraktion helfen und auch selbst die Möglichkeit eines Mitwirkens in der Öffentlichkeit haben.
Am 19. März 1973 wurde dann Horst Bründl zum FW-Ortsvorsitzenden gewählt. Für das Amt des Schatzmeisters stellte sich Wolfgang Böhm zur Verfügung.
Verstärkung bekam die FW-Gemeinderatsfraktion dann 1977, als sich damals der langjährige SPD-Gemeinderat Robert Deser den Freien Wählern anschloss.
Im Herbst 1977 haben die Freien Wähler ein Grundsatzprogramm beschlossen. Darin wurden auch Zielvorstellungen für die zukünftige kommunalpolitische Arbeit der Freien Wähler definiert.
Zu den Kommunalwahlen am 05.03.1978 traten die Freien Wähler mit 40 Kandidaten unter dem Wahlvorschlag „Liste 9“ zur Wahl des Gemeinderates an. Mit Oskar Wüst wurde außerdem ein eigener Bürgermeisterkandidat nominiert.
Bei dieser Gemeinderatswahl verloren die Freien Wähler leider ein Gemeinderatsmandat und stellten somit 4 von 20 möglichen Gemeinderäten. Bei der Bürgermeisterwahl erzielte Oskar Wüst mit knapp 20 % ein beachtliches Wahlergebnis, unterlag jedoch dem amtierenden Bürgermeister Andreas Voderhuber. Die Gemeinderäte der Freien Wähler hießen Oskar Wüst (Fraktionssprecher), Horst Bründl, Dr. Steffi Pfüller und Engelbert Auer sen.
Horst Bründl wurde im Juli 1978 erneut zum FW-Ortsvorsitzenden gewählt und auch Wolfgang Böhm wurde im Amt des Schatzmeisters bestätigt.
Zur Halbzeit der Wahlperiode 1978/1984 musste Frau Dr. Steffi Pfüller aus beruflichen Gründen das Gemeinderatsmandat zurückgeben. Nachdem Frau Walburga Stepanek aus gesundheitlichen Gründen das freie Gemeinderatsmandat nicht antreten konnte, rückte im Juli 1981 Dr. Wenzel Kühn für Frau Dr. Steffi Pfüller in den Gemeinderat nach.
1983 trat der FW-Ortsverband dem Landesverband Bayern der Freien Wähler bei.
Ebenfalls 1983 wurde Dieter Wüst erstmals in das Amt des FW-Ortsvorsitzenden gewählt. Zu seinen beiden gleichberechtigten Stellvertretern wurden Dieter Paesold und Horst Bründl, der aus familiären und persönlichen Gründen nicht erneut für das Amt des Ortsvorsitzenden kandidierte, gewählt. Der Vorstandschaft gehörten weiter Wolfgang Böhm als Schatzmeister und Frau Roswitha Liebert als Schriftführerin an.
Zu den Gemeinderatswahlen am 18.03.1984 traten die Freien Wähler mit 20 Kandidaten unter dem Wahlvorschlag „Liste 13“ zur Wahl an. Ein eigener Bürgermeisterkandidat wurde nicht nominiert.
Nach dem Ausscheiden von Oskar Wüst und Engelbert Auer sen. verloren die Freien Wähler bei dieser Gemeinderatswahl leider erneut ein Gemeinderatsmandat und stellten somit nur noch 3 von 20 möglichen Gemeinderäten. Die Gemeinderäte der Freien Wähler hießen Horst Bründl (FW-Fraktionssprecher), Dr. Wenzel Kühn und Dieter Wüst.
1986 wurde Dieter Wüst erneut in das Amt des FW-Ortsvorsitzenden gewählt. Zu seinen beiden gleichberechtigten Stellvertretern wurden Frau Gertrud Kröller und Horst Bründl gewählt. Der Vorstandschaft gehörte weiter Wolfgang Böhm als Schatzmeister und erstmals Hans-Peter Sendlinger als Schriftführer an. Mit Frau Gertrud Kröller wählten die Freien Wähler erstmals eine Frau in die oberste Führungsriege des Ortsverbandes.
Ebenfalls 1986 wurde das 20-jährige Bestehen des FW-Ortsverbandes Burgkirchen a.d.Alz zusammen mit dem 30-jährigen Bestehen des FW-Kreisverbandes gefeiert. Die Festveranstaltung fand in Burgkirchen statt. Festredner war Bürgermeister und FW-Bezirksvorsitzender von Oberbayern Dr.Geiger aus Wasserburg. Weitere Festredner waren der Altöttinger Landrat Seban Dönhuber, Burgkirchens Bürgermeister Robert Obermaier, der FW-Kreisvorsitzende Oskar Wüst und der FW-Ortsvorsitzende Dieter Wüst.
Ab 1988 wurden die Spenden an unabhängige Wählervereinigungen gemäß § 4 g EstG anerkannt. Erforderlich sind jedoch die Bestellung von Vereinsorganen (Vorstand, Mitgliederversammlung) und die Verabschiedung einer Vereinssatzung / Geschäftsordnung.
Nach den FW-Vorstandschaftswahlen im Jahre 1989 hieß der Ortsvorsitzende erneut Dieter Wüst. Zu seinen beiden gleichberechtigten Stellvertretern wurden Frau Gertrud Kröller und Norbert Peisker gewählt. Im Amt des Schatzmeisters bzw. des Schriftführers wurden Wolfgang Böhm und Hans-Peter Sendlinger bestätigt. Bei dieser Hauptversammlung hatten sich die Freien Wähler auch eine Geschäftsordnung für den Ortsverband Burgkirchen a.d.Alz gegeben. Diese Geschäftsordnung trat rückwirkend zum 01.01.1989 in Kraft und ist bis heute mit einigen geringfügigen Änderungen vom 04.11.1996 bzw. 21.11.2000 gültig. In dieser Geschäftsordnung wurde u. a. die Begrenzung der politischen Aktivitäten auf die kommunale Ebene, in der Gemeinde bzw. dem Landkreis, festgeschrieben. Außerdem wurden mit dieser Geschäftsordnung die Voraussetzungen für die Abzugfähigkeit von Spenden gemäß § 34 g EstG geschaffen.
Zu den Gemeinderatswahlen am 18.03.1990 traten die Freien Wähler mit 20 Kandidaten unter dem Wahlvorschlag „Liste 16“ zur Wahl an. Ein eigener Bürgermeisterkandidat wurde wiederum nicht nominiert.
Bei dieser Gemeinderatswahl konnten die Freien Wähler wieder ein Gemeinderatsmandat dazu gewinnen und stellten 4 von 20 möglichen Gemeinderäten. Die Gemeinderäte der Freien Wähler hießen Dieter Wüst (FW-Fraktionssprecher), Dr. Wenzel Kühn, Engelbert Auer jun. und Gertrud Kröller.
Im Jahr 1990 haben die Freien Wähler ein Mitteilungsblatt für die Burgkirchner Bevölkerung mit dem Titel „Der Freie Wähler“ ins Leben gerufen. Mit dem „Freien Wähler“ sollte ein noch engerer Kontakt zur Bevölkerung geknüpft werden und die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Wege über das aktuelle Geschehen im Gemeinderat, über wichtige Entscheidungen und brisante kommunale Themen informiert werden bzw. auch Rechenschaft über die eigene Tätigkeit gegenüber dem Wähler abgegeben werden. Noch im gleichen Jahr erschien die Erstausgabe. Dieter Wüst und Norbert Peisker waren für den Inhalt und die Gestaltung des neuen FW-Info-Blattes verantwortlich. Damals wie heute, wird der „Freie Wähler“ mittels freiwilliger Austräger in jeden Burgkirchner Haushalt gebracht. Mittlerweile ist die 29. Ausgabe erschienen.
Bei den Vorstandswahlen 1993 wurde erneut Dieter Wüst zum FW-Ortsvorsitzenden gewählt. Auch seine beiden gleichberechtigten Stellvertreter, Frau Gertrud Kröller und Norbert Peisker, sowie Wolfgang Böhm als Schatzmeister wurden in ihren Ämtern wieder gewählt. Lediglich im Amt des Schriftführers gab es einen Wechsel. Helmut Keck wurde erstmals zum Schriftführer gewählt.
Zu den Kommunalwahlen am 10.03.1996 traten die Freien Wähler mit 24 Kandidaten unter dem Wahlvorschlag „Liste 4“ zur Wahl des Gemeinderates an. Mit Josef Rapp wurde außerdem ein Bürgermeisterkandidat nominiert.
Bei der Gemeinderatswahl konnten die Freien Wähler nochmals zwei Gemeinderatsmandate dazu gewinnen und stellten nun 6 von 24 möglichen Gemeinderäten. Die Gemeinderäte der Freien Wähler hießen Dieter Wüst (FW-Fraktionssprecher), Dr. Wenzel Kühn, Engelbert Auer jun., Jakob Bichlmeier, Susanne Döbler und Gertrud Kröller. Bei der Bürgermeisterwahl konnte sich Josef Rapp mit einem Stimmenanteil von fast 80 % klar gegen seine beiden Mitbewerber durchsetzen.
1996 wurde Dieter Wüst wiederum zum FW-Ortsvorsitzenden gewählt. Zu seinen beiden gleichberechtigten Stellvertretern wurden Frau Gertrud Kröller und Herbert Bergmann gewählt. Im Amt des Schatzmeisters bzw. des Schriftführers wurden Wolfgang Böhm und Helmut Keck bestätigt.
Die Landesdelegiertenversammlung der Freien Wähler hatte am 15. März 1997 in Gundelfingen beschlossen, den FW-Landesverband in Bayern zu beauftragen, alle gesetzlichen und satzungsrechtlichen Vorgaben für eine Bayernweite Beteiligung der Freien Wähler an den Landtagswahlen im Herbst 1998 zu überprüfen und zu schaffen. Dieser so genannte „Gundelfinger Beschluss“ wurde von 54 % der 716 Delegierten befürwortet. Die Freien Wähler im Ortsverband Burgkirchen hatten sich bereits im Vorfeld dieser Landesdelegiertenversammlung vehement gegen eine Teilnahme der Freien Wähler an den Landtagswahlen ausgesprochen, obwohl sie durchaus das von den politischen Parteien geschaffene Vakuum in der aktuellen Politik sahen. Der FW-Ortsverband Burgkirchen und die FW-Delegierten des Kreisverbandes Altötting hatten in Gundelfingen einstimmig gegen eine Beteiligung der Freien Wähler an den Landtagswahlen gestimmt. Eine Beteiligung der Freien Wähler an den Landtagswahlen im Herbst 1998 konnte jedoch nicht verhindert werden. Bei den Wahlen zum bayerischen Landtag am 13.09.1998 ist die „FW-Wählergruppe Landtag“ ganz klar an der 5 %-Hürde gescheitert.
Im April 1999 sprach sich der FW-Ortsverband bei einer Umfrage des FW-Landesverbandes vehement gegen eine Landtagskandidatur der Freien Wähler bei den Landtagswahlen 2003 aus.
Im Frühjahr 2000 unterstützte der FW-Ortsverband den FW-Kandidaten Herbert Hofauer, Bürgermeister von Altötting, im Landratswahlkampf.
In der Hauptversammlung des FW-Kreisverbandes Altötting am 13.11.2000 wurde Dieter Wüst einstimmig zum FW-Kreisvorsitzenden gewählt.
In der Gemeinderatssitzung am 14.11.2000 wurde Herr Helmut Keck als neues Mitglied des Gemeinderates von Burgkirchen vereidigt. Herr Keck rückte für Herrn Bertl Auer jun. nach, der aus beruflichen und familiären Gründen das Amt eines Gemeinderates nicht mehr ausüben konnte.
Am 21.11.2000 wurde die Hauptversammlung des FW-Ortsverbandes Burgkirchen durchgeführt. Dieter Wüst wurde erneut zum FW-Ortsvorsitzenden gewählt. Zu seinen beiden gleichberechtigten Stellvertretern wurden Frau Gertrud Kröller und Roland Neuberger gewählt. Im Amt des Schatzmeisters bzw. des Schriftführers wurden Wolfgang Böhm und Helmut Keck bestätigt.
Durch eine Änderung der FW-Geschäftsordnung wurde die Vorstandschaft des FW-Ortsverbandes Burgkirchen um einen Beirat (4 Personen) erweitert. Zu Beiräten wurden die Herren Bertl Auer jun., Herbert Bergmann, Thomas Huber und Bürgermeister Josef Rapp gewählt.
Mit dem Thema „Zukunftswerkstatt“ führte der FW-Kreisverband am 25.11.2000 in der Herrenmühle ein Seminar durch. Vom FW-Ortsverband Burgkirchen nehmen die Herren Helmut Keck, Roland Neuberger, Godehard Killinger und Dieter Wüst teil.
Nachdem der Mitgliedsbeitrag des FW-Landesverband Bayern, ohne weitere Erläuterungen um ein vielfaches erhöht wurde, wurde im Dezember 2000 die Mitgliedschaft gekündigt.
Zu den Kommunalwahlen am 02.03.2002 traten die Freien Wähler mit 24 Kandidaten unter dem Wahlvorschlag „Liste 4“ zur Wahl des Gemeinderates an. Mit Josef Rapp wurde wiederum ein eigener Bürgermeisterkandidat nominiert.
Bei der Gemeinderatswahl mussten die Freien Wähler den Verlust von einem Gemeinderatsmandat hinnehmen und stellen nun 5 von 24 möglichen Gemeinderäten. Die Gemeinderäte der Freien Wähler heißen Dieter Wüst (FW-Fraktionssprecher), Dr. Wenzel Kühn, Jakob Bichlmeier, Helmut Keck und Brigitte Eisenrieder.
Bei der Bürgermeisterwahl konnte sich Josef Rapp mit einem Stimmenanteil von ca. 63 % klar gegen seinen Mitbewerber durchsetzen.
Im Februar 2003 wurde in einer FW-Kreisversammlung über eine Beteiligung der Freien Wähler bei den Landtagswahlen im Herbst 2003 abgestimmt. 55 Kreisdelegierte stimmen gegen eine Beteiligung, 8 Kreisdelegierte stimmen für eine Beteiligung und 3 Kreisdelegierte enthalten sich der Stimme. Die acht Kreisdelegierten aus dem Ortsverband Burgkirchen a.d.Alz votieren geschlossen gegen eine Beteiligung der FW an den Landtagswahlen.
Dieter Wüst wurde bei der FW-Kreisversammlung am 18.11.2003 erneut zum FW-Kreisvorsitzenden gewählt.
Auf der Hauptversammlung des FW-Ortsverbandes Burgkirchen am 24.11.2003 standen wiederum Neuwahlen auf der Tagesordnung. Einstimmig wurde Thomas Huber zum neuen Ortsvorsitzenden gewählt. Er trat somit die Nachfolge von Dieter Wüst an, der den Ortsverband von 1983 bis 2003 geführt hatte. Mit einem kurzen Resümee seiner 20-jährigen Amtszeit als Ortsvorsitzender, in der die Menschen der Gemeinde im Mittelpunkt seines Handelns standen, verabschiedete sich Dieter Wüst aus der aktiven Arbeit im FW-Ortsverband. Keine Änderungen gab es bei den beiden Stellvertretern, Gerti Kröller und Roland Neuberger. Im Amt des Schatzmeisters und des Schriftführers wurden die beiden bisherigen Amtsinhaber ebenfalls einstimmig bestätigt. Die Finanzen lagen somit weiter in den bewährten Händen von Wolfgang Böhm, der dieses Amt bereits seit über 30 Jahren ausübt. Schriftführer wurde wieder Helmut Keck. Geändert hatte sich die Zusammensetzung des 4-köpfigen Beirates. Neu in diesem Gremium sind Martina Czernin, Konrad Krempl und Michael Windsperger. Herbert Bergmann gehört weiterhin dem Beirat an.
Im März 2005 wurde in einer FW-Kreisversammlung erneut über eine Beteiligung der Freien Wähler bei den Landtagswahlen abgestimmt. 43 Kreisdelegierte stimmen für eine Beteiligung, 21 Kreisdelegierte stimmen gegen eine Beteiligung und 1 Kreisdelegierter enthält sich der Stimme. Sieben der acht Kreisdelegierten aus dem Ortsverband Burgkirchen a.d.Alz votieren gegen eine Beteiligung der FW an den Landtagswahlen im Herbst 2008. Ein Grund für den Stimmungswandel auf Kreisebene gegenüber 2003 ist eventuell im Umgang der Zwei-Drittel-Mehrheit der CSU im Landtag zu sehen. Wichtig ist, dass dieses Thema die Freien Wähler im Kreis nicht spaltet. Deshalb wird das Abstimmungsergebnis vom FW-Ortsverband, als gute Demokraten, mitgetragen.
Mit einem Festabend im Saal des Bürgerzentrums haben die Freien Wähler – Ortsverband Burgkirchen ihr 40-Jähriges Gründungsfest gefeiert. Als Ehrengäste konnte der FW-Ortsvorsitzende Thomas Huber Landrat Erwin Schneider, Bürgermeister Josef Rapp sowie den Kreisvorsitzenden der Freien Wähler Dieter Wüst begrüßen. Über 130 Gäste nahmen an dem Festabend teil. Neben einigen Gründungsmitgliedern waren auch viele Vertreter der Freien Wähler aus den verschiedenen Ortsverbänden des Landkreises Altötting sowie Mitarbeiter aus der Gemeindeverwaltung Burgkirchen anwesend. Sowohl ehemalige FW-Kandidaten, Sponsoren / Gönner der Freien Wähler als auch Vertreter der anderen Fraktionen des Burgkirchner Gemeinderates konnte der Ortsvorsitzende zu dieser Feier begrüßen.
Nach der allgemeinen Begrüßung durch den Ortsvorsitzenden und dem Totengedenken sprachen Landrat Erwin Schneider, Bürgermeister Josef Rapp und FW-Kreisvorsitzender Dieter Wüst kurze Grußworte. In der Festansprache führte der Ortsvorsitzende die Gäste durch 40 Jahre Gemeindeentwicklung und 40 Jahre Gemeindepolitik der Freien Wähler in Burgkirchen. Dabei stellte er den Menschen in den Mittelpunkt. Anhand der zum Verkauf angebotenen Festschrift stellte Huber die Personen besonders hervor, die die Freien Wähler Burgkirchen bisher geprägt haben.
In der anschließenden Ehrung wurden folgende Personen für besondere Verdienste mit Urkunden ausgezeichnet: Paul Döbler sen., Oskar Wüst (postum), Engelbert Auer sen. (postum), Ludwig Weiß, Walburga Stepanek, Martin Hofstetter, Hans Fuchs, Wilfried Scholze, Horst Bründl, Wolfgang Böhm, Dr. Wenzel Kühn, Josef Rapp und Dieter Wüst.
Das musikalische und künstlerische Rahmenprogramm wurden von der Burgkirchner Blasmusik und der Winhöringer Hofmarkbühne gestaltet. Die Burgkirchner Blasmusik hatte die Gäste zunächst mit ihrer Musik empfangen und dann mit ihren Musikstücken für Kurzweil gesorgt. Die Winhöringer Hofmarkbühne gaben das Stück „Einkaufslyrik“ und eine gesungene Hymne auf die Freien Wähler zum Besten. Im anschließenden Theaterstück „Streichquartett“ schlüpften die Akteure in die Rollen von Jakob Bichlmeier, Dr. Wenzel Kühn, Dieter Wüst, Josef Rapp und Helmut Keck. Nach Beendigung des offiziellen Teiles blieb noch genügend Zeit um in angenehmer Atmosphäre mit den Gästen gute Gespräche zu führen.
Im Foyer des Bürgerzentrums konnten sich die geladenen Gäste eine Ausstellung zur 40-Jahr-Feier ansehen, die das ganze Wochenende für die Bevölkerung Burgkirchens offen stand.
Dieter Wüst wurde bei der FW-Kreisversammlung am 13.11.2006 erneut zum FW-Kreisvorsitzenden gewählt.
Die Hauptversammlung der Freien Wähler am 28.11.2006 stand ganz im Zeichen der Vorstandschaftsneuwahlen, denn in die Amtszeit der neuen Vorstandschaft fallen 2008 die nächsten Kommunalwahlen. Die Wahlen wurden, wie schon seit langem üblich, unter der routinierten Leitung von Herrn Dr. Rainer Kröller durchgeführt. Die Abstimmungsergebnisse waren stets einstimmig und brachten folgende Resultate: Herr Thomas Huber bleibt Ortsvorsitzender. Eine Änderung gab es bei den beiden gleichberechtigten Stellvertretern. Neu im Amt ist Herr Henry Hackbarth, der Frau Gerti Kröller ablöst. Die FW bedankt sich recht herzlich bei Frau Kröller, die dieses Amt 20 Jahre mit Engagement wahrnahm. Herr Roland Neuberger wurde als stellv. Ortsvorsitzender bestätigt. Martina Czernin folgt Herrn Wolfgang Böhm als Schatzmeisterin nach. Herr Böhm hatte das Amt des Schatzmeisters ununterbrochen seit 1972 inne. In diesen 34 Jahren hat Herr Böhm die Kasse der FW nicht nur ausdauernd, sondern stets mit großer Umsicht geführt und nicht weniger als sechs Kommunalwahlen finanziell geschultert. Herr Helmut Keck ist weiterhin Schriftführer. Die Herren Herbert Bergmann, Wolfgang Böhm (neu), Konrad Krempl und Dr. Wenzel Kühn (neu) gehören dem vierköpfigen Beirat an. Als Kassenprüfer sind weiterhin Frau Susanne Döbler und Bürgermeister Josef Rapp tätig. Zu Kreisdelegierten wurden wieder Jakob Bichlmeier, Wolfgang Böhm, Martina Czernin, Brigitte Eisenrieder, Thomas Huber, Helmut Keck, Roland Neuberger und Josef Rapp gewählt.
Zur Januar-Sitzung 2007 des Gemeinderates trat Herr Michael Windsperger die Nachfolge von Dr. Wenzel Kühn an, der aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen sein Mandat zum 31.12.2006 niederlegte. Er übernahm von Herrn Dr. Wenzel Kühn auch das Amt des Sportreferenten.
Der 66. Tag im Jahr 2007 war ein wichtiger und zugleich freudiger Tag für die Freien Wähler in Burgkirchen, denn an diesem 7.März haben FW-Fraktion und FW-Vorstandschaft im Rahmen einer Presseerklärung die FW-Bürgermeisterkandidatin 2008 - Frau Rita Burggraf - vorgestellt. Mit Rita Burggraf wollen die Freien Wähler Burgkirchen nahtlos an die letzten 12 Jahre erfolgreicher Kommunalpolitik mit Bürgermeister Josef Rapp anknüpfen.
Zu den Kommunalwahlen am 02.03.2008 traten die Freien Wähler wieder mit 24 Kandidaten unter dem Wahlvorschlag „Liste 4“ zur Wahl des Gemeinderates an. Mit Rita Burggraf wurde zudem eine eigene Bürgermeisterkandidatin gestellt.
Bei der Gemeinderatswahl konnten die Freien Wähler die 5 Gemeinderatsmandate halten. Die Gemeinderäte der Freien Wähler heißen Dieter Wüst (FW-Fraktionssprecher), Rita Burggraf, Michael Windsperger, Brigitte Eisenrieder und Helmut Keck.
Bei der Bürgermeisterwahl hat keiner der drei Bewerber/-in (Franz Wallner / CSU, Dr. Stephan Merz / SPD und Rita Burggraf / FW) mehr als 50 % der Stimmen erhalten. Zunächst sah es so aus, dass es am 16.03.2008 zu einer Stichwahl zwischen den beiden Bürgermeisterkandidaten Stephan Merz (SPD) und Franz Wallner (CSU) kommt. Der CSU-Bürgermeisterkandidat Franz Wallner hat aber einen Tag nach der Wahl die Konsequenzen aus der Affäre um einen von ihm ungerechtfertigt geführten akademischen Titel (Diplom) gezogen und seine Bürgermeisterkandidatur zurückgezogen. Somit wurde eine Wiederholungswahl für das Amt des Bürgermeisters am 08.06.2008 angesetzt. Einziger Bürgermeisterkandidat war dann Dr. Stephan Merz, denn auch Rita Burggraf zog ihre Kandidatur zurück. Der Grund für diesen Verzicht lag im Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 2.März, bei der Rita Burggraf 23,8 % der Wählerstimmen erhielt und somit nur auf den dritten Platz gewählt wurde. Die Freien Wähler respektieren und akzeptieren dieses Wählervotum. Deshalb waren Rita Burggraf und die FW-Vorstandschaft nach reiflicher Überlegung zu der einmütigen Entscheidung gelangt, nicht erneut mit einem eigenen Wahlvorschlag zur Wiederholungswahl anzutreten.
Bei den gleichzeitig stattfindenden Kreistagswahlen haben die Kreisratskandidatinnen und Kreisratskandidaten aus Burgkirchen auf Landkreisebene insgesamt 56.068 Wählerstimmen auf sich vereinen können. Mit Dieter Wüst und Josef Rapp stellen die Freien Wähler Burgkirchen im neuen Kreistag erneut zwei der neun FW-Kreisratsmandate. Der Kreisvorsitzende Dieter Wüst erzielte mit 20.455 Stimmen landkreisweit absolut die meisten Stimmen für die Freien Wähler. Josef Rapp wurde mit 10.763 Stimmen von Listenplatz 14 auf den 4. Rang der Stimmenliste vorgewählt. Rita Burggraf kam mit 8.883 Stimmen auf Platz 11 und verfehlte den Einzug in den Kreistag nur knapp um 593 Stimmen. Auch die drei weiteren Kreisratskandidaten aus Burgkirchen - Michael Windsperger (mit 5.681 Stimmen), Brigitte Eisenrieder (mit 5.161 Stimmen) und Helmut Keck (mit 5.155 Stimmen) – haben erfolgreich zum guten Wahlergebnis der Freien Wähler beigetragen. Insgesamt haben die Freien Wähler 15,6 % der Wählerstimmen im Landkreis Altötting erhalten und stellen auch zukünftig unverändert 9 Kreisräte und sind somit wieder drittstärkste Fraktion. Dieter Wüst ist erneut Mitglied im Kreisausschuss und bekleidet weiterhin das Amt des stellvertretenden FW-Fraktionssprechers.
Am 28. April 2008 wird Bürgermeister Josef Rapp die Ehrenbezeichnung Alt-Bürgermeister der Gemeinde Burgkirchen verliehen. Die Ernennung findet im Rahmen einer Verabschiedungsfeier im Bürgerzentrum, in Gegenwart vieler Ehrengäste aus Politik, Kirche, Wirtschaft sowie zahlreichen Vertretern der Burgkirchner Vereine, statt. Nach der Begrüßung durch zweiten Bürgermeister Franz Eckl wurde von Landrat Erwin Schneider die Laudatio gehalten. Zunächst schilderte dieser den beruflichen Werdegang von Josef Rapp, vom einfachen Angestellten bis zum ersten Bürgermeister von Burgkirchen. Landrat Schneider hob dabei besonders die stets sehr gute Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Gemeinde hervor. Scherzhaft dankte er Josef Rapp auch dafür, dass er immer wieder versuchte, dem Landkreis die Keltenhalle zu einem äußerst günstigen Kaufpreis zu verkaufen, doch immer wieder scheiterte das Geschäft an fehlender Kauflaune des Landkreises. Ganz ernsthaft sagte der Landrat zum Noch-Bürgermeister: „Du kannst Dich von der aktiven Zeit als Erster Bürgermeister verabschieden in dem Bewusstsein, die Alzgemeinde mit großem Engagement und Kenntnisreichtum vorangebracht zu haben. Viele Menschen haben erleben können, wie uneigennützig und vorbehaltlos Du Dich für ihre Belange eingesetzt hast. Dennoch hast Du nie abgehoben, sondern die Aufgaben eines Bürgermeisters sehr ernst genommen, um Deinen Heimatort in eine gute Zukunft zu führen.“ Die Auszeichnung kommentierte der frische Alt-Bürgermeister ganz trocken: „Jetzt habe ich es schriftlich, dass ich alt bin“. Anschließend folgten Grußworte von der Landtagsabgeordneten und CSU-Kreisvorsitzenden Ingrid Heckner, dem Kreisvorsitzenden des Gemeindetags Georg Heindl, dem Werkleiter des Industrieparks Werk Gendorf Dr. Bernhard Langhammer, für den Gemeinderat von Dr. Siegfried Benninger, der Personalratsvorsitzenden Friederike Fuchs-Scholz, dem Vorsitzenden des SV Gendorf Burgkirchen Josef Lehner im Namen aller Verein und von Martin Rasch für die Pfarreien. Unisono hoben alle Redner die hohe persönliche Integrität von Josef Rapp sowie seine große fachliche und menschliche Kompetenz hervor. In seiner Dankesrede schätzte Josef Rapp - mit einem Lächeln im Gesicht und den Blick auf seine Ehefrau Else gerichtet - eher ungewiss ein. „Ich trete demnächst in eine Kleinstfirma ein und der Chefsessel ist schon besetzt.“ Die Verabschiedungsfeier wurde von mehreren Ensembles der Musikschule Burgkirchen und dem „Burgzeller Zwoagsang“ im offiziellen Teil sowie der Burgkirchner Blasmusik im gemütlichen Teil des Abends umrahmt.
Josef Rapp hängt noch eine Woche an seine eigentlich am 30. April endende Amtszeit als erster Bürgermeister von Burgkirchen an. Der Grund: Erst am 08. Juni wird der neue Bürgermeister für Burgkirchen, aus bekannten Gründen, in einer Wiederholungswahl gewählt. Das Landratsamt Altötting hat deshalb als Rechtsaufsichtsbehörde, im Einvernehmen mit Josef Rapp, folgende Verfügung erlassen: „Josef Rapp wird gemäß Art. 43 des Gemeindewahlgesetzes mit Wirkung vom 1. Mai 2008 zum Beauftragten für die Wahrnehmung der Geschäfte des ersten Bürgermeisters der Gemeinde Burgkirchen bestellt. Der Beauftragte hat sich auf laufende und unaufschiebbare Geschäfte zu beschränken. Die Bestellung endet mit der Wahl des zweiten Bürgermeisters und dessen Vereidigung in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates am 6. Mai. Die Befristung der Bestellung ergibt sich daraus, dass durch die von der Gemeindeordnung vorgeschriebene Wahl eines zweiten Bürgermeisters und dessen Vereidigung die Gemeinde über ein vertretungsberechtigtes Organ verfügt.“ Wie aus dem Landratsamt verlautet. Rechtlich hätte das Landratsamt auch einen Beamten beauftragen können oder jeden anderen Bürger. Das Gemeindewahlgesetz enthält hierzu keine Vorschrift.
Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderates am 06. Mai 2008 wird die FW-Gemeinderätin Rita Burggraf in geheimer Wahl in das Amt des zweiten Bürgermeisters gewählt.
Am 08. Juni 2008 findet die Wiederholungswahl für das Amt des Bürgermeisters statt. Einziger Bürgermeisterkandidat ist Dr. Stephan Merz, denn nach der CSU hat auch Rita Burggraf ihre Kandidatur zurückgezogen. Der Grund für diesen Verzicht lag im Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 2. März, bei der Rita Burggraf 23,8 % der Wählerstimmen erhielt und somit nur auf den dritten Platz gewählt wurde. Die Freien Wähler respektieren und akzeptieren dieses Wählervotum. Deshalb waren Rita Burggraf und die FW-Vorstandschaft nach reiflicher Überlegung zu der einmütigen Entscheidung gelangt, nicht erneut mit einem eigenen Wahlvorschlag zur Wiederholungswahl anzutreten. Bei einer Wahlbeteiligung von 40,2 % wurde Dr. Stephan März mit 2.230 Stimmen (= 73,3 % der gültigen Stimmen) zum neuen 1. Bürgermeister von Burgkirchen gewählt.
FW-Gemeinderat Dieter Wüst kann im Mai 2009 auf 25 Jahre als Gemeinderat in Burgkirchen zurückblicken und ist somit gegenwärtig das mit Abstand dienstälteste Gemeinderatsmitglied. Im Mai 1984 wurde er als Gemeinderat in Burgkirchen vereidigt, seit Januar 1987 ist er ununterbrochen Fraktionssprecher der Freien Wähler im Gemeinderat. Bürgermeister Dr. Stephan Merz hat dem FW-Fraktionssprecher Dieter Wüst für sein hohes persönliches Engagement und seinen Einsatz für das Gemeinwohl in Burgkirchen im Namen der Gemeinde Burgkirchen gedankt und eine Urkunde sowie ein kleines Präsent überreicht. In diesen 25 Jahren - aktuell ist dies die 5. Wahlperiode - hatte bzw. hat es Dieter Wüst bisher mit drei Bürgermeistern (Robert Obermeier, Josef Rapp und nun Dr. Stephan Merz) zu tun. Die so genannten „high lights“ während der bisherigen Gemeinderatsarbeit waren zu Beginn der 90er Jahre die Diskussionen und der Bau des damals sehr umstrittenen Müllheizkraftwerkes und die Umgestaltung der Ortsmitte, mit der Auslagerung der Schule nach Holzen, dem Abriss der „Alten Schule“ und der Bau des Bürgerzentrums. Die Umfahrung von Burgkirchen ist bis heute leider noch Stückwerk.
Zusammen mit Dieter Wüst gehörten bzw. gehören insgesamt 10 verschiedene Gemeinderäte der Freien Wähler der FW-Gemeinderatsfraktion in diesen 25 Jahren an: Auer Bertl (1990-2000), Bichlmeier Jakob (1996-2008), Burggraf Rita (seit 2008), Bründl Horst (1984-1990), Döbler Susanne (1996-2002), Dr. Wenzel Kühn (1984-2006), Brigitte Eisenrieder (seit 2002), Keck Helmut (seit 2000), Kröller Gerti (1990-2002), Windsperger Michael (seit 2006).
Noch einmal Dieter Wüst: Am 11. Juni 2009 feiert Dieter Wüst seinen 60. Geburtstag. Auf den Gedanken, zu sagen: „Er ist sechzig Jahre alt geworden“, kommt man bei seiner gesundheitlichen Konstitution und Fitness nicht. Dieter Wüst hat vier Leidenschaften: seine Familie, seinen Beruf, die Kommunalpolitik und den Sport. Es ist immer wieder bemerkenswert, wie er alle seine Aktivitäten nicht nur einfach unter einen Hut bringt, sondern mit nachhaltiger Begeisterung und großem Engagement bewältigt. Für die Freien Wähler - sowohl in Burgkirchen, als auch auf Kreisebene - ist Dieter Wüst ein Glücksfall.
Die Hauptversammlung der Freien Wähler am 26.10.2009 bringt einige Veränderungen in der Vorstandschaft des FW-Ortsverbandes.
Die Wahlen werden, wie schon seit langem üblich, unter der routinierten Leitung von Herrn Dr. Rainer Kröller durchgeführt. Die Abstimmungsergebnisse bringen folgende Resultate: Josef Czernin wird zum neuen Ortsvorsitzenden gewählt. Er tritt somit die Nachfolge von Thomas Huber an, der den Ortsverband von 2003 bis 2009 geführt hatte. Eine Änderung gibt es auch bei den beiden gleichberechtigten Stellvertretern. Neu im Amt ist Frau Rita Burggraf, die Herrn Roland Neuberger (nach 9 Jahren in diesem Amt) folgt. Herr Henry Hackbarth wird als stellv. Ortsvorsitzender bestätigt. Frau Martina Czernin ist weiterhin Schatzmeisterin und Herr Helmut Keck ist weiterhin als Schriftführer tätig. Dem vierköpfigen Beirat gehören unverändert die Herren Herbert Bergmann, Wolfgang Böhm, Konrad Krempl und Dr. Wenzel Kühn an. Als Kassenprüfer werden Frau Susanne Döbler und Alt-Bürgermeister Josef Rapp bestätigt. Zu Kreisdelegierten werden Wolfgang Böhm, Rita Burggraf, Josef Czernin, Martina Czernin, Brigitte Eisenrieder, Helmut Keck und Michael Windsperger gewählt.
Dieter Wüst wird bei der FW-Kreisversammlung am 24.11.2009 erneut zum FW-Kreisvorsitzenden (ohne Gegenstimme) gewählt.
Der FW-Ortsverband ist neben dem politischen Engagement auch im sozialen und gesellschaftlichen Bereich aktiv.
Seit 1989 spenden die FW-Gemeinderäte regelmäßig einen Teil der Sitzungsgelder an verschiedene Burgkirchner Einrichtungen. Beispielsweise seien hier die Kindergärten, die AWO, der Familienverband, die Schulen, der Alten- und der Seniorenclub, der Musikverein, das BRK, sowie die Selbsthilfegruppe der Behinderten genannt.
Am Ferienprogramm der Gemeinde Burgkirchen beteiligen sich die Freien Wähler seit vielen Jahren mit einer eigenen Veranstaltung, wie z.B. Besuch einer Polizeistation, Führung durch das Rathaus mit Empfang durch den Bürgermeister oder Minigolf.
Über viele Jahre beteiligten sich die Freien Wähler regelmäßig mit einem eigenen Themenwagen am Faschingsumzug in Burgkirchen.
Im Rahmen des Burgkirchner Bürgerfestivals wird den Kindern und Jugendlichen eine Luftballon-Aktion, mit Geldpreisen, geboten.
Auch an den Ortsmeisterschaften im Eisstockschießen, beim Tischtennis und beim Kegeln nehmen die Freien Wähler seit Jahren meist mit „Olympischen Geist“, aber ohne großen Erfolg, regelmäßig teil. Außer im Jahr 2002, da wurde die FW-Damenmannschaft auf Anhieb Ortsmeister im Kegeln, zusätzlich belegte Frau Ursula Breuer den 1. Platz bei den „Junggebliebenen Damen“. Und im Jahr 2009 wurde das FW-Team mit Thomas Huber, Michael Windsperger und Thomas Wüst bei den TT-Ortsmeisterschaften bei den Hobbymannschaften überraschend als Sieger hervor. Bei sechs teilnehmenden Teams wurde im Modus „Jeder gegen Jeden“ gespielt. Bei einer Bilanz von 4 Siegen und 1 Niederlage, war Platz 1 somit nicht zu verhindern.
Ab 2008 beteiligen sich die Freien Wähler Burgkirchen am Standlmarkt des Burgkirchner Advents. Dabei werden Waren der Ruperti-Werkstätten Altötting während der 4-tägigen Veranstaltung erfolgreich verkauft. Im Jahr 2008 wurde ein Erlös von 500 € für die Behindertenarbeit im Landkreis Altötting erzielt. Ab 2009 wird diese Verkaufsaktion auch auf den eintägigen Pflanzenmarkt, der einmal jährlich in Hecketstall um die Osterzeit stattfindet, ausgeweitet. Auch am Familienfest „Viva la mama“ haben sich die Freien Wähler ab 2009 – hier mit einer Prosecco-/Saftbar - beteiligt.
Seit der Geburtsstunde der Freien Wähler war und ist der Name Wüst sehr eng mit den Freien Wählern in der Gemeinde Burgkirchen und auch mit dem Landkreis Altötting verbunden. Deshalb soll kurz auf das starke Engagement von diesen beiden Persönlichkeiten eingegangen werden.
Oskar Wüst
Zwischen 1972 und 1990 wurde Oskar Wüst insgesamt dreimal in den Kreistag des Landkreises Altötting gewählt. Während dieser Zeit hat er die Kreisräte der Freien Wähler als Fraktionssprecher geführt und war 14 Jahre Mitglied im Kreisausschuss.
Den Kreisverband Altötting hat er 18 Jahre mit großem Elan und in besonderem Maße mit Profil als FW-Kreisvorsitzender geleitet.
Im April 1994 wurde Oskar Wüst in Anerkennung und Würdigung seiner großen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden des FW-Kreisverbandes Altötting ernannt. Im September 1994 ist Oskar Wüst nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Wir werden Oskar Wüst in großer Dankbarkeit stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Dieter Wüst
Bei den Kreistagswahlen 1990 wurde Dieter Wüst in den Kreistag gewählt. Innerhalb der FW-Kreistagsfraktion war er stellvertr. Fraktionssprecher. Von Landrat Seban Dönhuber wurde er außerdem zu einem weiteren stellvertretenden Landrat ernannt.
Noch im selben Jahr wurde Dieter Wüst in die Vorstandschaft des FW-Kreisverbandes Altötting gewählt.
1996 wurde Dieter Wüst erneut in den Kreistag gewählt, wurde Mitglied im Kreisausschuss und wurde auch wieder stellvertretender FW-Fraktionssprecher. Das Amt eines weiteren stellvertretenden Landrates wurde ihm ebenfalls wieder von Landrat Seban Dönhuber übertragen.
Dieter Wüst bekleidete bis November 2000 in der Vorstandschaft des FW-Kreisverbandes das Amt eines stellvertretenden Kreisvorsitzenden. In der Hauptversammlung des FW-Kreisverbandes Altötting am 13.11.2000 wurde Dieter Wüst einstimmig zum FW-Kreisvorsitzenden gewählt.
2002 und 2008 wurde Dieter Wüst erneut in den Kreistag gewählt, wurde Mitglied im Kreisausschuss und wurde auch wieder stellvertretender FW-Fraktionssprecher.
2003, 2006 und 2009 wurde Dieter Wüst erneut ohne Gegenstimme zum FW-Kreisvorsitzenden gewählt.
Leider kann an dieser Stelle nicht jede Person, die sich um den FW-Ortsverband verdient gemacht hat, namentlich erwähnt werden. Stellvertretend für diesen Personenkreis sollen jedoch der langjährige Schatzmeister des FW-Ortsverbandes Wolfgang Böhm und der langjährige FW-Gemeinderat Dr. Wenzel Kühn genannt werden.
Wolfgang Böhm
Wolfgang Böhm war seit 1973 als Schatzmeister im Ortsverband der Freien Wähler in Burgkirchen für die Finanzen verantwortlich. In diesen 33 Jahren hatte er die Kasse der FW nicht nur ausdauernd, sondern stets mit großer Umsicht geführt. So hat er nicht weniger als sechs Kommunalwahlen finanziell geschultert. Er lenkt außerdem seit 1979 die Geschicke der Sudetendeutschen Landsmannschaft Burgkirchen als Ortsvorsitzender und war 25 Jahre in der Handballabteilung des SVG Burgkirchen als Spieler, Trainer, Betreuer und Schiedsrichter tätig. Im November 2002 wurde Wolfgang Böhm das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern verliehen. Die Freien Wähler gratulierten Herrn Wolfgang Böhm zu dieser Auszeichnung als Würdigung seines langjährigen Engagements im Ehrenamt.
Dr. Wenzel Kühn
Dr. Wenzel Kühn war von 1981 bis 2006 für die Freien Wähler im Gemeinderat und kann somit auf über 25 Jahre erfolgreiche Kommunalpolitik zurück blicken. Er kam damals als Nachrücker für Frau Dr. Steffi Pfüller ins Gemeinderatsgremium und erzielte bei allen folgenden Gemeinderatswahlen einen sehr hohen persönlichen Stimmenanteil. Dr. Wenzel Kühn hatte sich als Gemeinderat mit der ihm eigenen Leidenschaft und Ausdauer für die Belange der Bürgerinnen und Bürger engagiert. Er hatte sich über viele Jahre als Referent um die öffentlichen Anlagen in der Gemeinde gekümmert. In der Wahlperiode 2002-2008 setzte er sich als Sportreferent für die Belange des Sports ein und bekleidete zusätzlich das Amt des 3. Bürgermeisters. Als Vorsitzender des SV Gendorf hat er von 1969 bis 1994 die Entwicklung des Sportvereins entscheidend geprägt. Noch 1994 wurde er zum Ehrenvorsitzenden des SV Gendorf (heute SV Gendorf Burgkirchen) ernannt.
Schlusswort
In der Zukunft werden sich die Verhältnisse noch schneller tief greifend verändern, deshalb können wir uns eine ideologisch formulierte Kommunalpolitik nicht leisten. Natürlich können wir in Deutschland nicht 70 bis 80 Millionen verschiedene Politiken machen, dennoch muss irgendwie eine Linie gefunden werden. Deshalb ist es wichtig, gerade auf der kommunalen Ebene die Demokratie lebendig zu halten. Zu diskutieren, zusammenzuarbeiten, zu versuchen, Vorbild zu sein, das gemeine Wohl sichtbar werden zu lassen.
Wir Freien Wähler sind auch keine besseren Menschen und weil es die geforderte Sachlichkeit gebietet, muss hier natürlich schon einmal gesagt werden, dass es auch auf den Wahllisten der Parteien Leute mit den besten Absichten und Fähigkeiten gibt. Aber auf kommunaler Ebene, in der Gemeinde und im Landkreis sind ausschließlich sachliche Probleme zu entscheiden. Parteipolitische Grundsätze sind hier fehl am Platz.
Wir Freien Wähler respektieren die freie und unabhängige Entscheidung jedes einzelnen Gemeinde- und/oder Kreisrates. Wir sind auch gegen jeden Fraktionszwang und halten ihn nicht vereinbar mit unserer Forderung, dass jeder einzelne Mandatsträger nur nach den Grundsätzen der Vernunft oder der Zweckmäßigkeit entscheiden soll. Die parteipolitischen Konfrontationen zwischen den Parteien spielen sich nicht nur im Bundestag und den Landtagen ab. Sehr zum Leidwesen der Freien Wähler haben die Parteien diese parteipolitischen Konfrontationen bzw. die Polarisierung ihrer Standpunkte, im zunehmenden Maße in die kommunalen Gremien getragen. Dieser Zustand ist einer gedeihlichen kommunalen Arbeit nicht zuträglich, ja sie macht eine vernünftige Kommunalarbeit manchmal fast unmöglich.
Seit ihrer Gründung 1966 bis zum heutigen Tag haben sich die Freien Wähler gemäß ihrer Zielsetzung dem Wohle der Gemeinde und des Landkreises verpflichtet gefühlt und den Bürgerinnen und Bürgern eine Organisationsform geboten, die eine aktive kommunalpolitische Mitarbeit, unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer politischen Partei, ermöglicht. Die Stärke der Freien Wähler lag in der Vergangenheit auf dem kommunalen Sektor. Nach dem Willen des FW-Ortsverbandes in Burgkirchen soll dies auch in der Zukunft so bleiben.
Freie Wähler wird es auch in Zukunft geben. Wir werden auch in Zukunft dafür sorgen, dass angesehene und verantwortungsbewusste Bürger weiterhin in einer Gemeinde und/oder einem Landkreis politisch mitarbeiten können, ohne gezwungen zu sein, ein Parteibuch in der Tasche zu haben. Denn die Erhaltung einer lebendigen Demokratie erfordert auch die Mitarbeit von nicht parteigebundenen Bürgern.
Wir halten es daher für eine unserer wichtigsten Aufgaben, diese Grundlagen für eine freie Entfaltung der demokratischen Kräfte zu erhalten. Persönlichkeiten, die sonst kommunalpolitisch im Abseits stehen würden, bleiben durch die Freien Wähler der Kommunalpolitik erhalten, ein Verdienst, den die Freien Wähler für sich in Anspruch nehmen können. Deshalb sehen wir uns auch in Zukunft als wichtiger Faktor auf dem überschaubaren Gebiet der Kommunalpolitik.
An Herausforderungen, Aufgaben und Problemen wird es auch in Zukunft nicht fehlen.
Wir wünschen uns dafür alles Gute und das nötige Glück!




