Grüß Gott, liebe Bürgerinnen und Bürger,

am 29. Mai veranstaltete das Wasser-wirtschaftsamt Traunstein eine Informations-veranstaltung zum Thema „Langfristige Sicherung der Wasserversorgung im Landkreis Altötting“. Als Bürgermeister einer beteiligten Kommune wurde ich zu dieser Veranstaltung eingeladen. In seiner Begrüßung stellte der Leiter des Wasser-wirtschaftsamtes, Herr Walter Raith, klar, dass es sich um eine Vorabinformation für die Kommunen handelt und deshalb die Öffentlichkeit nicht eingeladen sei. Verwundert hat mich dann doch, dass Presse und Fernsehen anwesend waren.

Bei einem Gesprächstermin am 1. Juni letzten Jahres in Altötting hatte der damalige Umweltminister Dr. Marcel Huber den Gemeinden im Landkreis Altötting die Unterstützung des Freistaates Bayern zugesagt. Das Umweltministerium beauftragte deshalb das Wasserwirtschafts-amt Traunstein mit der Erstellung einer Studie, die mögliche Handlungsoptionen für die Trinkwasserversorgung in der Region aufzeigen soll. In der Studie werden aussichtsreiche umliegende Möglichkeiten für eine alternative Trinkwasser-gewinnung beleuchtet und fachlich an Hand verschiedener Kriterien bewertet. So sollen Bezugs- und Gewinnungs-möglichkeiten aus Gebieten außerhalb des PFOA-Bodenbelastungsbereiches aufgezeigt und mit vorhandenen Hinter-grundinformationen wie Grundwassermenge, Grundwasserqualität, Betroffenheiten und Kostenfaktoren verbunden. Zum Vergleich sollen auch der Bestand im Öttinger Forst sowie die neu geplanten Brunnen im Öttinger Forst auf diese Kriterien geprüft werden. Untersucht wurden Trinkwasserversorgungen Feichten, Kichweihdach, Palling und Heigermoos.

Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein lud für den 29. Mai in unser Bürgerzentrum ein, um die Ergebnisse der Studie den beteiligten Kommunen vorzustellen. Die Studie selbst liegt noch nicht vor. Sobald uns Gemeinden die Studie vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein zugänglich gemacht wird, werden wir die Bevölkerung detailliert informieren.

Als Ergebnis stellte das Wasserwirtschaftsamt fest, dass grundsätzlich geeignete alternative Gewinnungsbereich denkbar sind. Jedoch findet sich kaum ein gleichwertiger Ersatz zum jetzigen Bestand insbesondere im Hinblick auf das Wasser-dargebot, die Betroffenheiten und die rechtlichen Sicherheiten. Keine der vorgestellten Alternativen ist ohne Kompromisse erschließbar. Durch Verlagerung der Wasserversorgung werden Betroffenheiten und Widerstände entstehen.

Ferner stellte das WWA dar, dass der Öttinger Forst nach wie vor ein bedeutendes Element der regionalen Wasserversorgung ist. Er biete ein erhebliches Grundwasserangebot und liegt im Zentrum des Landkreises. Ferner ist eine ortsnahe Versorgung der Anliegergemeinden möglich. Bei den bestehenden und geplanten Brunnen gibt es nur geringe Betroffenheiten. Deshalb sollten die Möglichkeiten zur Trinkwassergewinnung im Öttinger Forst weiter untersucht werden.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Ergebnisse des Wasserwirtschaftsamtes sollen eine Diskussionsgrundlage für die beteiligten Gemeinden liefern. Erst wenn die Studie endgültig vorliegt, können entsprechende Bewertungen stattfinden. Fest steht jedoch bereits jetzt, dass seitens der betroffenen Gemeinden große Zurückhaltung besteht, die Wasserversorger im Öttinger Forst zu unterstützen. Sobald die endgültige Studie vorliegt, werden wir selbstverständlich die Öffentlichkeit informieren

Das vorgestellte Ergebnis der Studie bekräftigt uns jedoch, neue Brunnen im Öttinger Forst zu erschließen. Insbesondere der PFOA-Thematik kann mit den sich in Planung befindlichen Aktivkohlefilteranlagen begegnet werden. Die sonstige Wasser-qualität, die förderbare Wassermenge und die Möglichkeiten zur Errichtung eines qualifizierten Wasserschutzgebietes sprechen deutlich für die weitere Erschließung von Wasservorkommen im Öttinger Forst.

Herzlichst

Ihr

Johann Krichenbauer

Erster Bürgermeister